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Lass die Sonne rein ...
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Wetterkolumne
Seit Januar 2007 schreibe ich für die Regionalteile Merzig-Wadern, St. Wendel und Saarlouis der Saarbrücker Zeitung eine Kolumne, die den Namen "Alle Wetter" trägt und sich mit aktuellen Wetterereignissen im Saarland oder in der ganzen Welt beschäftigt. Hier finden Sie die Kolumnen der letzten Wochen zum Nachlesen. Um die aktuelle Kolumne zu lesen, schlagen Sie bitte jeden Montag die erste Seite des entsprechenden Regionalteils der SZ auf.

Goldener Oktober (01.10.2007)
Der September ist vorbei – mit ihm auch das miese Wetter? Während Regenmenge (dank der letzten Woche) und Sonnenscheindauer kaum Abweichungen vom langjährigen Mittel aufzeigen, bietet die Durchschnittstemperatur des vergangenen Monats eine Überraschung: Waren mit Ausnahme des Augustes alle Monate in diesem Jahr mehr oder weniger deutlich zu warm ausgefallen, lag die mittlere Temperatur des Septembers rund 1,5 °C unter dem Mittelwert des offiziellen Referenzzeitraumes von 1960 bis 1990. Nimmt man als Vergleichsperiode die Jahre 1970 bis 2000, so war der September sogar knapp 2°C zu kühl in unserer Region.
Nun beginnt mit dem Oktober wohl der schönste Herbstmonat. Sollte sich, wie zumindest von einigen Wettermodellen angedeutet, in der zweiten Wochenhälfte eine größtenteils störungsfreie Hochdruckwetterlage einpendeln, könnten bei angenehmen Höchsttemperaturen um 20 °C einige Stunden draußen an der frischen Luft nachgeholt werden.
Was gibt es schöneres als einen entspannten Spaziergang im gelb-rot-goldenen Herbstwald? Richtig - einen Spaziergang im dick eingeschneiten Winterwald! Für Wetterverrückte wie mich öffnet sich mit dem Beginn des Monats Oktober schon die Perspektive, innerhalb einer absehbaren Zeit die ersten Schneeflocken zu Gesicht zu bekommen. Ende Oktober kann es nämlich durchaus schon den ersten stärkeren Kaltlufteinbruch geben. Und wenn nicht? Auch nicht schlimm! Denn glaubt man den Weisheiten der Bauern und früheren Wetterbeobachtern, dann gilt: „Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter rein.“

Kennt der September den Winter? (24.09.2007)
Von wegen Jungburschenherbst! Bis auf die ersten beiden Tage der vergangenen Woche legte sich Petrus entgegen der Vorhersagen nochmals mächtig ins Zeug und bescherte uns ein angenehm warmes und freundliches Wochenende. Der Altweibersommer grüßte freundlich und steckt nun erstmal wieder zurück. Denn die Winde drehen erneut auf Nord, und von dort kommt zu allen Jahreszeiten deutlich kühlere Luft. Damit wird der September wohl der erste Monat seit langem werden, der deutschlandweit zu kühl gegenüber dem langjährigen Mittel ausfällt.
Interessant zu betrachten ist die großräumige Luftdruckverteilung über dem europäischen Kontinent, welche seit August nahezu konstant ist. Über dem Atlantik ist das Azorenhoch weit nach Norden ausgerückt, die Tiefs müssen so von Island über Skandinavien nach Süd-Südosten ziehen und bringen uns mit Nord- und Nordwestwinden eher kühlere Luft. Die dominierende Druckverteilung in den vorangegangenen Monaten zeigte indes einen Bereich weit nach Süden ausgreifenden tiefen Luftdrucks (Trog) an der westeuropäischen Küste, welcher aus Südwest warme Luft nach Mitteleuropa wehte.
Sollte sich die aktuelle Großwetterlage bis in den Winter halten, stünden die Chancen für kühle und schneereiche Witterungsabschnitte nicht schlecht. Denn die Wassertemperaturen der Nordsee sind im Gegensatz zu 2006, als der schwüle Juli das Wasser aufheizte und die zu warmen Monate September und Oktober es nicht abkühlen ließen, deutlich niedriger. Wenn also auch im Dezember die Tiefs über Skandinavien nach Süden rauschen müssen, bringen sie im Schlepptau kühle Polarluft mit, die nicht oder nur wenig über der kühlen Nordsee aufgewärmt wird und somit durchaus bis in tiefe Lagen für Schnee sorgen kann. Aber bis dahin kann sich noch viel ändern – leider.

Altweibersommer oder Jungburschenherbst? (17.09.2007)
Bezeichnenderweise tragen in diesem Jahr die Tiefdruckgebiete männliche Namen. So beschert uns Tief CHRISTOPH in den nächsten Tagen relativ kühles und nicht durchweg freundliches Wetter. Schaut man sich die aktuelle Luftdruckkarte von ganz Europa an, dann entdeckt man über dem Atlantik ein umfangreiches Hochdruckgebiet und über Skandinavien Tief CHRISTOPH. Zwischen beiden Druckgebilden fließt ab Dienstag aus Norden deutlich kühlere Luft nach Mitteleuropa. Da man tagsüber ab und an mit Schauern rechnen muss, pendeln sich die Höchsttemperaturen zunehmend um oder nur knapp über der 15 °C - Marke ein. In der zweiten Wochenhälfte kann es in den Frühstunden sogar zu örtlichem Bodenfrost kommen.
Wo findet man zurzeit den Altweibersommer?
Während bis Mittwoch vor allem im östlichen Mittelmeerraum sommerliches Wetter herrscht, muss die iberische Halbinsel zunächst noch einige Herbstgewitter überstehen, ehe auch dort in der zweiten Wochenhälfte wieder der Sonnenschein mit wärmeren Temperaturen zurückkehrt.
Ein Blick über den großen Teich auf den nordamerikanischen Kontinent zeigt, dass dort die amerikanische Version des Atlweibersommers namens „Indian Summer“ voll zuschlägt. Von den Südstaaten bis in den Mittleren Westen herrscht traumhaft schönes und angenehm warmes Wetter. Diesen „american way of“ Wetter hätten wir auch gerne, doch leider machen uns die Wetterkarten auch für nächstes Wochenende bis jetzt keine großen Hoffnungen auf warme Temperaturen. Somit bleibt der Altweibersommer 2007 in Deutschland wohl nur ein „american dream“.
Zum Schluss was Persönliches, und dennoch an das Wetter angepasst: „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien, denn Du strahlst ja selber wie der Sonnenschein. Heut ist dein Geburtstag, darum feiern wir!“ Alles Gute zum Geburtstag, lieber Opa!

Kann man Petrus reinlegen? (10.09.2007)
„Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, heißt ein bekanntes Sprichwort. Diese Worte würden in den Ohren vieler Einwohner Mittelamerikas zurzeit wie blanker Hohn klingen. Dort hat in der vergangenen Woche Hurrikan Felix durch starke Niederschläge und heftige Windböen für Chaos und viele Opfer gesorgt. Wer hat den Wind gesät, der zum Sturm wurde?  Im Zuge der globalen Erwärmung wird es immer häufiger kräftige Wirbelstürme wie Felix geben. Und diese Erwärmung, was seit dem neuesten IPCC-Bericht auch jeder wissen sollte, ist sehr wahrscheinlich hauptsächlich vom Menschen verursacht – allerdings haben die Bewohner der mittelamerikanischen Staaten daran wohl den geringsten Anteil.
Können solche gewaltigen Stürme nicht durch eine gezielte Manipulation abgeschwächt werden? Es gibt einige Forscher, die in theoretischen Modellierungen eine Abschwächung von Hurrikans erreicht haben. Einerseits wurde dabei die Temperatur in der den Hurrikan umgebenden Atmosphäre erhöht, so dass die Kondensation schwächer und die Wolkenbildung nicht so mächtig ist. Andererseits könnte man die Verdunstung der Meerwassermassen durch einen Ölfilm auf der Meeresoberfläche abschwächen. In der Praxis gibt es aber im Moment noch keine Möglichkeit, obige Ideen mit genügend großer Effizienz bei einem riesigen Wirbelsturm anzuwenden.
Praktikabler scheint dagegen die gegenteilige Wetterbeeinflussung zu sein. In besonders trockenen Regionen können durch das sog. Impfen der Wolken Regenfälle ausgelöst werden. In eine bereits vorhandene Wolke wird dabei von einem Flugzeug Silberjodid eingebracht, an welches sich die Wolkentröpfchen anhaften, wachsen und so aus der Wolke in Form von Regentropfen ausfallen können.
Das Wetter sollte meiner Meinung nach nicht manipuliert werden. Denn: Wer wind sat, … !

So war der Au-Frust (03.09.2007)
Sommermonate sollten sommerliches Wetter bieten. Tat sich damit schon der Juli schwer, so frustrierte der August die Sommerfans erst recht. Lediglich sieben Tage erreichten den Status eines Sommertages (Höchsttemperatur über 25°C), zweimal wurde ein Hitzetag (über 30°C) erreicht. Da gleichzeitig an acht Tagen der Tageshöchstwert unter 20°C lag, ist der Monat August bei uns im Vergleich zum langjährigen Klimamittel offiziell leicht zu kalt ausgefallen. Passend dazu war es vor allem im Hochwald etwas zu nass, die Sonnenscheindauer lag mit rund 200 Stunden allerdings annähernd im Soll. Bedenkt man, dass mit dem „langjährigen Klimamittel“ die Referenzperiode von 1960 – 1990 gemeint ist, in welcher vor allem Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre einige deutlich zu kühle Jahre dabei waren, und das seit Beginn der 1990er Jahre viele sehr warme Jahre registriert wurden, ist der August 2007 bei uns schon recht auffallend unsommerlich gewesen.
Der gesamte meteorologische Sommer (Juni, Juli, August) war in unserer Gegend im Vergleich zum Klimamittel leicht zu warm (+0,4°C) und deutlich zu nass (+150% des Niederschlagsolls).
Zwar bedingt allein das Vorzeichen der Temperaturabweichung schon eine Abweichung von der Norm, jedoch sollte man gerade beim (chaotischen) Klima durchaus eine gewisse Toleranzgrenze walten lassen. So kann man einen bis 0,5°C vom Temperaturmittelwert abweichenden Monat durchaus als temperaturmäßig absolut normal bezeichnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Monat genau die langjährige Durchschnittstemperatur erreicht, ist sehr gering; folglich gäbe es offiziell kaum mehr Monate mit „normalem“ Wetter.
Der September geht erstmal kühl weiter, im weiteren Wochenverlauf wird es wieder freundlicher.

Kühle Sonne (27.08.2007)
Nach den angenehm warmen Temperaturen der vergangenen beiden Tage erwarten uns in der dieser Woche deutlich kühlere Temperaturen – und das trotz weiterhin reichlichem Sonnenschein und noch recht hohem Sonnenstand Ende August.
Ist etwa spontan der Golfstrom versiegt, droht uns eine neue Eiszeit? Nein, keine Angst. Der Golfstrom wird seine Aktivitäten in den nächsten 100-200 Jahren nicht entscheidend ändern – wenn er überhaupt mal den Geist aufgibt. Und selbst dann wäre es nicht gesagt, dass es bei uns entscheidend kühler werden würde, denn die globale Erwärmung würde sehr wahrscheinlich diesen Abkühlungsbetrag übertreffen.
Woher kommt also die herbstliche Frische in den nächsten Tagen? Auf dem Atlantik liegt seit Ewigkeiten das Azorenhoch. Dieses hat sich am Wochenende westlich von Irland positioniert und einen Keil nach Mitteleuropa geschickt. Dieser Keil hat die vorherrschenden, noch warmen Luftmassen zum Absinken bewegt, so dass es vielfach sonnig und angenehm warm war. Nun flacht der Keil im Laufe des heutigen Tages immer weiter ab, so dass uns das Hochdruckgebiet bei Irland an seiner Ostflanke kühlere Luft aus Skandinavien zufließen lässt. Diese ist rund 6-8 °C kühler, aber genauso trocken. Damit steigen die Temperaturen bis Mittwoch nur mit Müh und Not über die 20 °C Marke, aber es bleibt weiterhin heiter oder sonnig. Da in dieser kühlen Luftmasse auch teils empfindlich kalte Nächte drohen (örtlich Bodenfrost möglich), könnte der August am Ende bei uns im Vergleich zum langjährigen Klimamittel leicht zu kühl ausfallen.
Wird der Herbst golden? Eine Bauernregel jedenfalls besagt: „Wie der Bartholomäustag (24. August) sich hält, ist der ganze Herbst bestellt.“ Und der war sonnig!

Hurrikan „Dean“ im Urlaubsparadies (20.08.2007)
Während das Wetter bei uns kaum Aufregendes bietet – es sei denn, man regt sich über das schlechte Wetter auf, beginnt auf dem westlichen Atlantik allmählich die Hurrikan-Hauptsaison.
Hurrikans sind Wirbelstürme, welche in subtropischen oder tropischen Gewässern entstehen und eine mittlere Windgeschwindigkeit von mindestens 118 km/h am Erdboden erreichen. Solche Stürme werden auf dem Nordwestpazifik auch als Taifune und über dem Indischen Ozean als Zyklone bezeichnet. Die meisten Hurrikane entstehen bei den Kapverdischen Inseln als ausgedehnte Gewittercluster und ziehen als solche gen Westen. Dabei entfernen sie sich etwas vom Äquator und gelangen so in den Einfluss der Corioliskraft, die zu einer Rotation der Wolkencluster führt. Gelangen diese in ein Meeresgebiet mit warmen Oberflächenwasser (mindestens 26,5°C, in Einzelfällen auch niedriger) und einer sehr labilen Atmosphäre, steigen enorme rotierende Wassermassen in Form von Wasserdampf auf, und es entstehen kräftige Schauer und Gewitter. Von oben betrachtet erkennt man dann die charakteristische Wirbelstruktur des Sturms mit einer Wolkenausdehnung von mehreren 100 km und einem wolkenlosen „Auge“ im Zentrum. Trifft ein Hurrikan auf Land, so schwächt er sich aufgrund des fehlenden Nachschubs an Feuchtigkeit rasch ab. Bis dahin kann er aber mit Sturmböen von über 300 km/h und Regenmengen von mehr als 200 l/m² (teilweise auch über 1000 l/m²) verheerende Schäden angerichtet haben.
Aktuell wütet Hurrikan „Dean“ mit Windböen von bis zu 290 km/h über der Karibik. Nachdem er am Samstag über die Kleinen Antillen gezogen ist, überquerte der Wirbelsturm gestern Jamaika und trifft in der Nacht zu Dienstag unter weiterer Verstärkung auf die Halbinsel Yukatan.
Und bei uns? Die Woche bringt wieder viele Schauer und herbstlich kühle Temperaturen. Zum Aufregen.

Kostenlose Sommerduschen (13.08.2007)
Unser Sommer 2007 ist alles – außer beständig. Die Temperaturspanne reichte bisher von herbstlichen 12°C bis zu hochsommerlichen 35°C; dazu gab es einige starke Gewitterstürme sowie Tage mit Nieselregen und Tage mit wolkenlosem Himmel. Aber länger als drei Tage am Stück hielt ein Wetter nicht durch. Wechselhaft eben. Doch es gibt auch heuer die sommerlichen Momente, die Dir einen Kick an Endorphinen und anderen Glückshormonen geben. So wie letzten Montag. Nach heißen 30°C tagsüber ging es am späten Abend auf den Tennisplatz, und schon nach den ersten Ballwechseln war ich auf Betriebstemperatur. Da öffnete der Himmel seine Schleusen, und innerhalb weniger Sekunden goss es wie aus Eimern. Der Regen war angenehm warm und kühlend zu gleich. Die Kleidung klebte patschnass an der Haut und die Luft roch nach diesem charakteristischen Duft eines Sommerregens. Während einige andere im Eiltempo einen Unterschlupf suchten, genossen mein Tennispartner und ich diese kostenlose Sommerdusche a la B. J. Thomas’ „Raindrops keep fallin’ on my head“. Manchmal gibt es eben weder schlechtes Wetter, noch schlechte Kleidung.
Schade, dass die Tage allmählich kürzer, der Zenitstand der Sonne niedriger und somit die Chancen auf richtiges Sommerwetter weniger werden. Zwar können die Temperaturen bis weit in den September hinein noch 30°C und mehr erreichen, aber ob dieser Sommer überhaupt noch richtig in die Puschen kommen will, bleibt fraglich. Doch wenn er in seiner Unbeständigkeit beständig bleibt, dann sollten nach den Regenfällen der letzten Woche bald schon wieder freundlichere Tage anstehen – gerne auch mit kurzen Sommerduschen!

Einem Tief sind schöne Sterne schnuppe (06.08.2007)
Der August hat wettermäßig ja ziemlich sommerlich begonnen. So kletterte das Thermometer in unserer Region am Wochenende bei fast wolkenlosem Himmel auf teilweise über 30°C. Richtiges Sommerwetter, wie wir es im vergangenen Juli selten erleben konnten. Dieser war nämlich deutlich zu nass (150 % des üblichen Niederschlags), und die Sonne schien auch nur 90 % der entsprechenden Sonnenscheindauer. Dabei lagen die Temperaturen bei uns mit einem Durchschnittswert von rund 17 °C ganz knapp unter dem Klimamittel für Juli.
Nachdem sich die irdischen Unwettergeschehnisse (Flutkatastrophen, Hitzewellen und Waldbrände) gelegt haben, kann man in dieser Woche beruhigt seine Blicke auf den nächtlichen Sternenhimmel richten. Um den 12. August herum - wie in jedem Jahr - kreuzt die Erde die Bahn des Kometen „109P/Swift-Tuttle“. Dieser verliert beim Durchfliegen des Weltall Materie, welche beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht und als Sternschnuppen für uns sichtbar werden kann. Da die diese Sternschnuppen im Sternbild des Perseus erscheinen, werden sie auch als Perseiden oder als Laurentiustränen (10. August, Namenstag des Märtyrers Laurentius) bezeichnet.
Der schönste Sternenregen nützt allerdings nichts, wenn eine dicke Wolkendecke den Blick nach oben versperrt. Und da uns neue Tiefausläufer ab Dienstag wechselhafteres und kühleres Wetter bescheren, sind längere nächtliche Wolkenlücken nicht ohne Weiteres gesichert.
Dennoch: Wenn sie in den nächsten Tagen nachts nicht schlafen können, einfach mal aus dem Fenster rausschauen. Mit etwas Glück entdecken sie eine ganze große Sternschnuppe. Und nicht vergessen: sie dürfen sich dann auch was wünschen!

Hundstage (30.07.2007)
Hunde müssen zur Zeit einiges ertragen: Erstens ist das Wetter bei uns oft so schlecht, dass man nicht mal sie vor die Türe jagen würde. Und wäre zweitens das Wetter so, wie es Ende Juli eigentlich sein sollte, würden unsere knuffigen Vierbeiner in ihrem dicken Fell sicherlich ganz schön schwitzen. Klimatologisch ist die Zeit zwischen Ende Juli und Mitte August die sommerlichste des Jahres mit den heißesten Temperaturen. Auch in der Umgangssprache hat sie mit dem Begriff „Hundstage“ ihren Eingang gefunden. Der Begriff hat allerdings keinen meteorologischen, sondern einen astronomischen Hintergrund. Im alten Ägypten wurde so der Zeitraum ab Mitte Juli definiert, an dem der Fixstern Sirius im Sternbild „Großer Hund“ wieder am Morgenhimmel sichtbar wurde. Und weil dann über Mitteleuropa normalerweise ein umfangreiches Hochdruckgebiet liegt, welches uns hochsommerliches Wetter beschert, verschmolzen im Laufe der Zeit astronomischer Hintergrund und meteorologischer Vordergrund zu dieser Wettersingularität. Dieses Jahr fühlen sich die Hundstage aber wohl selbst hundeelend, denn es ist weder heiß noch durchweg freundlich.
Gerne mit uns tauschen würden sicherlich die Südeuropäer. Während Waldbrände bei Temperaturen um 35°C in weiten Teilen des Balkans lodern, herrscht in Andalusien im Süden Spaniens drückende Hitze bei Temperaturen um 40°C. Auch Urlauber auf den Kanaren fühlen sich momentan wie in einem Backofen: Ein- bis zweimal im Jahr bringt dort ein extrem trockener Ostwind namens „Calima“ heiße Saharaluft zu der Inselgruppe und lässt das Thermometer auf teilweise über 40°C ansteigen.
Das Wetter der letzten Wochen in Europa lässt sich wie folgt zusammenfassen: England säuft ab, Südosteuropa brennt, Südeuropa schwitzt, und wir meckern über unser „normales“ Wetter. Getroffene Hunde bellen - leider.

Falsche Prognosen (23.07.2007)
In meiner letzten Kolumne habe ich vollmundig das Ende der kurzen sommerlichen Periode für den Wochenbeginn ausgerufen. Doch leider – oder zum Glück – hat sich Petrus dafür entschieden, noch einige Tage des schönen Wetters mit warmen Temperaturen dranzuhängen, so dass die gesamte letzte Woche mit wenigen Ausnahmen als sommerlich bezeichnet werden kann.
Alle Meteorologen, zu denen ich mich jetzt auch mal zähle, haben ein grundsätzliches Problem: ihre Vorhersagen sind entweder richtig oder grottenschlecht. Liegt man mit einer Prognose goldrichtig, ist das für den Wetterberichtleser nichts Besonderes. Liegt man aber daneben, dann heißt es wieder, dass man dem Wetterbericht eh nicht trauen kann. Oder wie es Ron Kritzfeld in Worte fasste: „Meteorologen sind Leute, die über Geophysik, Thermodynamik und Klimatologie ungemein viel und über das Wetter von morgen fast nichts wissen.“
Dabei haben sich die Qualität und die Eintreffwahrscheinlichkeit der Wetterberichte in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Lag die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Wetterprognose für den folgenden Tag in den 1970er Jahre noch bei 70 %, so sind es heute gut 90 %. Das bedeutet, dass im Schnitt 9 von 10 Vorhersagen für das Wetter von morgen richtig sind. Gleichzeitig sind somit aber rund 35 Tagesvorhersagen im Jahr falsch. Das Wetter des dritten Folgetages lässt sich immerhin mit 70-80 % Wahrscheinlichkeit richtig vorhersagen, wobei stabile Hochdruckwetterlagen bessere Werte erreichen als wechselhafte Westwetterlagen. Sei es wie es ist. Das Wetter folgt physikalisch dem Chaos-Prinzip, und somit wird eine hundertprozentige Vorhersagesicherheit wohl nie gegeben sein. Aber das ist vielleicht auch gut so. Wo würden denn dann die positiven Wetterüberraschungen bleiben?

Sommerintermezzo oder -comeback? (16.07.2007)
Noch letzte Woche habe ich mit dem Kolumnentitel „Woher kommt der Herbst im Juli“ meine Verzweiflung zum Ausdruck gebracht, dass der Sommer 2007 einfach unsommerlich ist und dass sich wahrscheinlich vorerst nichts daran ändern wird. Nach dem sich im Laufe der vergangenen Woche eine Südwestlage mit hochsommerlichen Temperaturen für dieses Wochenende herauskristallisiert hatte, war ich schon guter Dinge, das jetzt endgültig der Sommerdurchbruch gelingen könnte. Und so schön das Wochenende auch war mit seinem reichlichen Sonnenschein und seinen heißen Temperaturen, so schnell wird dieses Sommererlebnis auch wieder vorbei sein. Heute wird es noch einmal heiß und sonnig, doch schon abends und in der Nacht zu Dienstag können sich teils kräftige Gewitter entladen. Im Laufe der weiteren Woche wird es wieder wechselhafter und kühler, wenn auch nicht mehr ganz so kalt wie in den letzten Wochen. Eben das normale Temperaturniveau für den Monat Juli. Doch warum ist es jetzt auf einmal so heiß geworden? Letzte Woche habe ich Ihnen erklärt, wie die Lage der Polarfront unser Wettergeschehen bestimmt. An diesem Wochenende machte die Polarfront über dem Ostatlantik einen Knick nach Süden, um über Westeuropa wieder nach Norden zu drehen. In dieser südwestlichen Strömung wurden heiße Luftmassen aus dem Mittelmeerraum nach Zentraleuropa geführt. In der neuen Woche verschiebt sich dieser „Knick“ wieder etwas nach Osten und wird flacher.
Polarfront

Herbst im Juli? (09.07.2007)
Der vergangene April war bei Höchsttemperaturen von bis zu 30°C und viel Sonnenschein traumhaft und sommerlich. Nun haben wir Juli, und das Wetter ist bei Temperaturen meist unter der 20°C - Marke kühl und wechselhaft – eben typisches Aprilwetter. „Erwischt“, sagen jetzt viele Skeptiker der globalen Klimaerwärmung. Von wegen, es wird immer wärmer und die Sommer werden immer heißer. Aber die aufmerksamen Leser meiner Kolumne wissen mittlerweile, dass solch einzelne Witterungsabschnitte oder Jahreszeiten keine Aussagen zur Entwicklung des Klimas machen können.
Doch warum entspricht das aktuelle Wetter nicht dem Trend, der uns die letzten zehn Monate zu warmes und meist freundliches Wetter beschert hat? Auf der Nordhalbkugel zwischen 35° und 60° nördlicher Breite treffen kühle Luftmassen aus der Polarregion und feuchtwarme Luftmassen aus den Subtropen aufeinander. Dieser Bereich wird als Frontalzone bezeichnet. Über dem Nordatlantik entstehen an der Frontalzone in komplexen Vorgängen Tiefdruckgebiete, die in einer Westdrift nach Mitteleuropa ziehen. Zurzeit liegt diese Frontalzone genau über Mitteleuropa, zur Mitte nächster Woche sogar südlich der Alpen. Folglich sind wir auf der kühlen und nasseren Seite. Und das ist ganz untypisch für den Sommer. Denn aufgrund des höheren Sonnenstands verschieben sich – bildlich gesehen – die Luftdruckverhältnisse über der Nordhalbkugel nach Norden, und wir sind normalerweise auf der wärmeren und sonnigeren Südseite der Polarfront. Doch das ist die Theorie, und in der Wirklichkeit mäandriert die Polarfront, so dass wir auch im Sommer häufiger mitten im Geschehen liegen. Und wenn dieser Vorgang zu einem andauernden Zustand wird, dann kann es durchaus für einige Wochen kühles Wetter geben.
Auch nächste Woche bleiben wir auf der Nordseite der Polarfront. Sie wissen, was das bedeutet.

Wann wird’s mal wieder richtig Sommer ? (03.07.2007)
Die Menschen haben ein sehr starkes Kurzzeitgedächtnis in Sachen Wetter. „So gerähnt wie im Juni hat’s die letschde Joar nimme“ wird man häufig hören, wenn man über das Wetter des vergangenen Monats smalltalkt. In der Tat, in einigen Regionen fielen weit über 100 l/m² und somit teilweise 200% des üblichen Juniregens, aber Rekordwerte sind das nicht. Anderenorts kam mit ungefähr 90 l/m² in etwas das Monatssoll vom Himmel. Diese sehr unterschiedlichen Werte auf engstem Raum sind typisch für den Juni, der von konvektiven Niederschlägen (Schauer und Gewitter) dominiert wird, die sehr punktuell niedergehen.
Die Temperaturen sind - wen wundert’s - mal wieder überdurchschnittlich gewesen. Mit ca. 1,8°C über dem langjährigen Mittelwert war der Juni der zehnte zu warme Monat in Folge. Und mit ungefähr 170 Sonnenstunden an Saar und Nied liegen wir rund 10% unter dem Klimamittel. Momentan gestaltet sich die Wetterlage so, dass ein umfangreiches Tiefdruckgebiet bei den britischen Inseln liegt und sich kaum von der Stelle rührt. Es schickt immer wieder kleinere Ausläufer Richtung Skandinavien, so dass sich in den nächsten Tagen Sonne, Wolken und viele Schauer bei Temperaturen deutlich unter 20°C abwechseln werden.
Auf dem Atlantik liegt zwar ein kräftiges Hochdruckgebiet auf der Lauer, doch frühestens zum Wochenende hin könnte es seine Fühler nach Mitteleuropa ausstrecken und für eine deutliche Wetterbesserung sorgen. Wird dies nicht der Fall sein, dann müssen wir eben weiter warten oder an das Mittelmeer fahren. Dort ist es nämlich sonnig und schön warm – so wie es sich auch für einen richtigen Sommer gehört.

Der Schwindel mit dem Klimaschwindel (25.06.2007)
Es war ein harter Kampf gewesen, bis es bei fast allen Deutschen angekommen ist. Der Mensch und sein enormer Energieverbrauch mit der entsprechend hohen CO2 - Emission ist Schuld an der globalen Erwärmung.
Und nun kommt da so ein Dokumentarfilm, der zunächst schon in England für heftige Diskussionen gesorgt hat und in gekürzter Form von einem großen deutschen Privatsender letzten Montag ausgestrahlt wurde. Dieser Film möchte aufzeigen, dass der Temperaturanstieg nicht auf den Menschen, sondern auf die Sonne zurückzuführen sei. Demnach führt eine schwächere kosmische Strahlung (die Folge eines kraftloseren Sonnenwindes) zu geringerer Wolkenbildung und veränderten Strahlungsverhältnissen, die die Erde aufheizen lassen.
Nur kurz: Wissenschaftlich ist die Wirkung von CO2 auf den Strahlungshaushalt der Erde schon in groben Zügen nachgewiesen. Das Gros der unabhängigen Wissenschaftler vertritt daher die Meinung, dass der Mensch und sein CO2 sehr (!) wahrscheinlich Schuld an der globalen Erwärmung ist. Andere Theorien sind Randmeinungen – deswegen zwar nicht unbedingt falsch, aber unbewiesen und unwahrscheinlich. Die einseitige Berichterstattung dieses Films freut die meisten Klimaskeptiker; Auto-, Kohle- und Erdölindustrie, und nicht zuletzt viele Bürger, fühlen sich bestätigt: Per Auto mit gutem Gewissem zum 100 Meter entfernten Bäcker, und die Klimaanlage im Auto kann nun auch wieder problemlos eingeschaltet werden. Wenn die Macher des Filmes und die für die Ausstrahlung Verantwortlichen dies bezwecken wollten, dann herzlichen Glückwunsch.
Nebenbei: Dem Film wird vorgeworfen, Interviews mit Wissenschaftlern in falschem Kontext und um wichtige Passagen gekürzt wiedergegeben zu haben. Des Weiteren wurden teils veraltete und falsch beschriftete Grafiken benutzt. Seriöse Wissenschaftler haben derweil veröffentlich, dass es für die Theorie der kosmischen Strahlung keine glaubwürdigen Beweise gibt.

Siebenschläfer, oh je! (18.06.2007)
Wird nachgereicht

Buchen sollst Du suchen? (11.06.2007)
Bei der jetzigen Wetterlage und zu dieser Jahreszeit sind Gewitter häufige Begleiter des Wettergeschehens. Sie entwickeln sich meistens am späten Nachmittag, wenn die Sonneneinstrahlung besonders stark ist und sich viele Quellwolken bilden, die sich zu Gewitterwolken entwickeln können. Da Gewitter in der Regel lokale Wetterereignisse sind, muss nicht jeder Ort von ihnen betroffen sein – trotz manchmal teils drückender Schwüle. Im Volksmund gibt es einige Irrglauben über Blitz und Donner. Häufig hört man von „Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen“. Für den Blitz ist es aber egal, welchen Baum er sich für den Einschlag auswählt, Hauptsache hoch. Deswegen ist man unter einem Hochsitz auf freiem Feld genauso gefährdet. Wird man auf einem Feld von einem Gewitter überrascht, sollte man sich eine kleine Mulde suchen, in die man sich mit eng beieinander stehenden Füßen hinhockt. Denn dann ist man kein empor stechendes Ziel für den Blitz, und falls er doch in der direkten Nähe einschlägt, wird zwischen den eng zusammenstehenden Füßen keine hohe Spannung (Potentialdifferenz) aufgebaut. Darum sind Kühe aufgrund ihrer weit auseinander stehenden Beine bei Gewitter deutlich gefährdeter. Auch ist des Öfteren davon zu lesen, dass der Blitz nie zweimal in die gleiche Stelle einschlägt. Das stimmt ebenfalls nicht, denn nach jedem Blitz regeneriert sich das elektrische Feld unterhalb der Gewitterwolke, so dass jeder Ort theoretisch wieder die gleiche Einschlagswahrscheinlichkeit hat – davon abgesehen, dass es hohe Gegenstände häufiger erwischt. Am vergangenen Wochenende war ich zwecks meines Studiums im Schwarzwald. Dort gibt es - statistisch gesehen – deutlich häufigere und intensivere Gewitter. Die Landschaft ist aber der unsrigen gar nicht mal so unähnlich, nicht umsonst haben wir im Norden des Saarlandes auch einen Schwarzwälder Hochwald.

Willkommen im meteorologischen Sommer (04.06.2007)
Anders als im Kalender beginnen die meteorologischen Jahreszeiten am 1. Tag des entsprechenden Monats. Mit einem Tag Verspätung passte sich am Samstag das Wetter an die (neue) Jahreszeit an und ließ bei angenehmen sommerlichen Temperaturen die Sonne trotz einiger Quellwolken scheinen. In den Tagen davor zeigte sich der Mai nochmals von seiner unwonnigsten Seite. Regen und kühle Temperaturen beherrschten die Wetterszenarie.
Insgesamt war das Mai-Klima in den Landkreisen Merzig-Wadern, Saarlouis und Sankt Wendel wieder einmal sehr unnormal: Mit einem Mittelwert von 14,5°C bis knapp 16°C lagen die Temperaturen ca. 2°C bis 2,5°C über dem langjährigen Durchschnitt. Damit war der Mai deutschlandweit der neunte zu warme Monat in Folge. Des Weiteren fielen bei uns je nach Höhenlage zwischen 80 l/m² und 120 l/m², was an vielen Orten mehr als 130% des Normalwertes entspricht. Lediglich die Sonnenscheindauer erreichte mit knapp 200 Stunden „Normalform“. Der Mai war also größtenteils zu nass und zu warm.
In diesen Tagen pendelt sich eine Wetterlage ein, die sowohl an Nord- und Ostsee als auch im gesamten skandinavischen Raum für schönstes Wetter sorgen wird. Über dem Nordmeer und Skandinavien liegt ein umfangreiches Hochdruckgebiet, dass sich bis zur Wochenmitte nach Westen ausdehnen wird und quasi den gesamtem Nordatlantik von Tiefausläufern frei räumt. Da die Luft, die aus Osteuropa zu uns geweht wird, warm und recht feucht ist, können sich nachmittags und abends lokal einzelne Schauer oder Gewitter entladen, so dass der Gesamtwettercharakter nicht durchweg freundlich sein wird. Die Höchsttemperaturen liegen dabei um 25°C. Eben ein an die Jahreszeit angepasstes Wetter – egal ob kalendarisch oder meteorlogisch.

Hühnereigroßer Hagel macht den Trierern Angst (29.05.2007)
Das Pfingstwochenende bescherte uns so ziemlich alles, was das Wetter im Mai bieten kann: der Samstag startete sonnig bei schwülen Temperaturen bis knapp 30°C. Abends entlud sich dann ein kräftiges Gewitter mit stürmischen Windböen und Platzregen. Am Pfingstsonntag tröpfelte es anfangs noch, ehe nachmittags bei Höchstwerten von unter 20°C zeitweise die Sonne schien. Und der gestrige Pfingstmontag brachte vor allem im Hochwald erneut kräftige Regenfälle bei noch kühleren Temperaturen.
Manch Einwohner des Landkreises Trier-Saarburg wird die vergangenen Tage samt ihrer Wettererscheinungen nicht so schnell vergessen. In Schweich sorgte das Samstagabend-Gewitter für „Land unter“ in einem Supermarkt. Würde dieser wegen akuter Einsturzgefahr nicht vorerst geschlossen bleiben, wären wohl Einkaufsboote angesagt. Weitaus schlimmer erwischte es den Ort Ralingen an der Sauer. Im Ortsteil Wintersdorf wurden schätzungsweise 80 Prozent aller Hausdächer durch hühnereigroßen Hagel und starke Windböen zerstört. Nur drei Kilometer weiter nördlich, im Ortsteil Godendorf, fing ein Bauernhof nach einem Blitzschlag Feuer.
Mittlerweile bieten der staatliche Wetterdienst und einige private Wetterdienstleister im Internet aktuelle Warnungen vor Wettergefahren an, die kurzfristig auf sich entwickelnde Unwetter reagieren. Dennoch sind unwetterartige Gewitter schwer vorherzusagen. Sie gehören zu den konvektiven Niederschlagsereignissen und entwickeln sich vor allen an heißen Sommertagen nur sehr lokal. Gegen Naturgewalten wie Blitz, Sturmböen und Hagel lässt sich aber sowieso nur wenig entgegensetzen.
In dieser Woche geht es wettermäßig spürbar ruhiger zu. Sonne, Wolken und Schauer wechseln sich bei Höchsttemperaturen meist deutlich unter 20°C ab; nachts kann es empfindlich kalt werden.

Wechselhaft (21.05.2007)
Genug mit dem Regen, genug mit den kühlen Temperaturen, die einen die Heizkörper wieder aufdrehen lassen. Die Landwirte konnten den Regen sicherlich gut gebrauchen, aber dem bisher so sonnenverwöhnten Saarländer hat das frühsommerliche Wetter gewiss gefehlt.
Letzte Woche brachten uns westliche Winde das wechselhafte Wetter. In dieser Woche kommt der Wind aus verschiedenen Richtungen und bringt uns ab Dienstag insgesamt freundlicheres Wetter. Warum? Vom Atlantik schickt das Azorenhoch einen Keil nach Mitteleuropa, gleichzeitig lauern über Nord-, Ost- und Südeuropa Tiefdruckgebiete, die nur auf eine Schwächephase des Azorenhochkeils warten. Und weil der Keil zu einem eigenen Hochdruckgebiet wird und in der zweiten Wochenhälfte Richtung Osteuropa zieht, wird sich nicht gänzlich heiteres Wetter einstellen: Zwar dominiert ab Dienstagnachmittag größtenteils der Sonnenschein, aber einzelne Schauer und Gewitter können sich vor allem nachmittags entwickeln. Es wird dabei deutlich wärmer mit Höchstwerten um 25°C, Donnerstag und Freitag auch bis 30°C. Sollten die letzten Maitage sehr warm werden, könnte der Mai erneut überdurchschnittlich mild ausfallen. Momentan liegen aber die Temperaturen genauso wie die Sonnenscheindauer und die Niederschlagsmenge noch absolut im grünen Bereich – was nach dem Rekordapril nicht so zu erwarten war.
Und was kommt an Pfingsten? Der Heilige Geist, nur das ist bis jetzt sicher. Ob es warm und schön oder kühl und nass sein wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Heute ist aber Tag der Dreifaltigkeit, und dafür gibt es eine bekannte Wetterregel: „Wie zu Dreifaltigkeit das Wetter fällt, es bis zum Monatsende anhält.“

Tornado – ein windiges Naturphänomen (14.05.2007)
Eins vorweg: unser Wetter der vergangenen Woche ist es nicht wirklich wert, großartig erwähnt zu werden. Schauer, Wind und kühle Temperaturen würden eher an April-Wetter erinnern, wenn der diesjährige April nicht so sonnig ausgefallen wäre. April im Mai oder Mai im April, egal wie man es dreht, das schöne Wetter wünschen sich viele wieder zurück.
Apropos Drehung: was haben Menschen, die zuviel Bohnen gegessen haben, und der Mittlere Westen der USA gemeinsam? Windhosen! Zugegeben, dieser Scherz ist nicht gerade der Beste, aber er zeigt auf, wie im Volksmund das Phänomen „Tornado“ mit dem Begriff „Windhose“ sehr verharmlost wird. Ob Windhose oder Tornado, das Phänomen ist das gleiche: ein sehr kleinräumiger Wirbelsturm. Dieser bildet sich bevorzugt dann, wenn am Boden feuchtwarme und in der Höhe kühlere und trockene Luft aufeinander treffen. Ändert sich dann auch noch die Windrichtung und –geschwindigkeit mit der Höhe, so können sich innerhalb von gewaltigen Gewitterstrukturen kleine Trichter mit wirbelnden, auskondensierten Wolkentröpfchen Richtung Boden ausbreiten. Gleichzeitig sorgt die Luftdrehung am Boden für einen aufsteigenden Staubwirbel, der bei Berührung mit dem Wolkentrichter einen Tornado bildet. Allerdings spricht man auch ohne Staubwirbel von einem Tornado, wenn der Wolkentrichter bereits 2/3 der Weglänge Wolke – Boden zurückgelegt hat. Bei uns in Deutschland sind Tornados gar nicht so selten, wie es den Anschein hat. Jährlich werden ungefähr 20 bis 40 Stück registriert. Diese sind aber nicht vergleichbar mit den stärksten Tornados in den USA. Dort hat am Freitag vor einer Woche ein Tornado der Stärke F4 (Skala von F0 – F5) fast 90% aller Gebäude der Stadt Greensburg in Kansas zerstört.
Davon bleiben wir sehr wahrscheinlich in der kommenden Woche verschont. Es bleibt wechselhaft und relativ kühl.

Weder Wonne noch Sonne (07.05.2007)
Natürlich, jegliche Diskussion über das Rekordwetter des vergangenen Monats führt zwangsweise zum Thema Klimawandel – erst recht, wenn man bedenkt, dass der April der achte Monat in Folge war, der im Vergleich zum langjährigen Klimamittel zu warm ausgefallen ist. Egal ob sonnenverwöhnt oder –geplagt, eine Wetteränderung käme nun, zumindest für ein paar Tage, den meisten recht. Und Petrus ist brav: er beschert unserer Region in der kommenden Woche etwas Niederschlag und kühlere Temperaturen. Vor allem heute und morgen liegen die Höchstwerte meist unter 17°C und man muss mit Regenschauern rechnen. Das haben wir mehreren Tiefausläufern zu verdanken, die vom Nordatlantik Richtung Skandinavien drängen und ihre Fronten in westlicher Strömung über Deutschland schicken. Zur Wochenmitte kann sich neben vereinzelten Schauern auch ab und an die Sonne zeigen und die Temperaturen steigen wieder auf Werte um 20°C.
Gänzlich anders ist das Wetter zurzeit in Zentralafrika. Die Einwohner der Länder Niger, Senegal und Tschad sind in den Monaten April bis Juni häufig hohe Temperaturen gewöhnt, doch die am Wochenende gemessenen 42°C bis 48°C sind auch für die hitzegeprüften Afrikaner ungewöhnlich. Die heiße Luft wird durch den Nordostpassat direkt aus der Sahara in die genannten Regionen transportiert und dort durch die um diese Jahreszeit fast senkrechte Sonneneinstrahlung nochmals extrem erhitzt. So kann die im Norden des Tschad gelegene Stadt Faya zu Wochenbeginn durchaus die 50°C – Marke knacken.
Da können wir uns wirklich glücklich schätzen, in den sogenannten gemäßigten Breiten zu leben. Auch wenn uns ein Monat ohne Niederschlag und eine Abweichung vom Monatstemperaturmittel von über 5°C schon als sehr extrem vorkommen, gehört dies alles zum gemäßigten Wetter- und Klimabereich, auch in Zeiten der globalen Erwärmung. Genauso wie die kommende kühle und nasse Maiwoche.

Der Rekordapril (30.04.2007)
Dieser Monat bricht alle Wetterrekorde. Mit einem Durchschnittswert von 12°C in Weiskirchen und 14°C in Perl und Merzig lagen die Temperaturen gut 5°C über dem langjährigen April-Mittelwert. Dazu fiel bis letzten Samstag verbreitet kaum Regen, meist weniger als 1 l/m². Normal sind 60 bis 70 l/m² für diesen Monat. Mancherorts brachten die vereinzelten Schauer und Gewitter am Wochenende den einzigsten Niederschlag des ganzen Monats. Insgesamt öffneten sich die Wolkenschleusen viel zu selten, so dass die ganze Natur, insbesondere aber die Landwirtschaft, nach neuem Nass lechzt. Vielleicht wird dieser Monat der trockenste seit Messbeginn. Dafür dürfte deutschlandweit im ganzen April nicht mehr als 4,2 Liter Regen im Durchschnitt fallen – und schon wäre der bisherige Rekord von Oktober 1908 geknackt.
Was diesen April aber allem voran in Erinnerung behalten lässt, ist seine dem Monat so untypische Beständigkeit an schönem Wetter. Davon zeugen die rund 320 bis 340 Sonnenstunden in der Region, was etwa 200% vom Klimamittel entspricht.
Wie geht das Wetter in der neuen Woche weiter? Hoch SYLVIA liegt in den nächsten Tagen mit seinem Zentrum über der Nordsee, so dass an seiner Ostflanke etwas kühlere Luft aus Nordosten zu uns weht (Höchstwerte 22°C – 25°C). Gleichzeitig zieht ein Tiefdruckgebiet vom Atlantik zur Biskaya und sorgt in Südwesteuropa für wechselhaftes Wetter. Je nach Lage des Tiefs können sich vereinzelte Schauer und Gewitter auch zu uns verirren, sehr wahrscheinlich bleibt es aber bis Freitag bei viel Sonnenschein weiterhin trocken. Vielleicht überdauert das Frühsommerwetter auch die kälteanfällige Zeit der Eisheilige, doch das klären wir nächste Woche an dieser Stelle. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spaß mit dem Gute-Laune-Wetter, genießen Sie es – sofern Sie kein Landwirt sind!

Queen verliert ihren Einfluss (23.04.2007)
Die britischen Inseln sind ein schöner Flecken Erde. Dort gibt es sehr häufig wechselhaftes Wetter, dass Sonne und Regen über die Kerrygold-Hügel wandern lässt. Wenn sich aber über dem britischen Eiland eine Hochdruckzelle aufbaut, dürfen nicht nur die Briten eitel Sonnenschein genießen – auch wir Mitteleuropäer kommen dann in den Geschmack von blauen Himmel und T-Shirt-Wetter. Wenn das entsprechende Hochdruckgebiet dann noch den würdevollen Namen „Queen“ trägt, gibt es wohl kaum noch jemanden, der „not amused“ ist.
Schon seit vielen Wochen werden wir vom Gute-Laune-Wetter verwöhnt. Auch der kleine Kaltlufteinbruch vergangenen Mittwoch (Höchstwert Merzig: 16,8°C ) tat der Frühsommerfreude keinen wirklichen Abbruch. Doch wo soviel Sonnenschein ist, muss auch Schatten vorhanden sein. Viele Waldböden sind ausgetrocknet, da seit Anfang des Monats fast überall im Saarland weniger als 2 l/m² Regen fiel, mancherorts blieb es sogar komplett niederschlagsfrei. Und wo kein Nass verfügbar ist, bricht schnell ein Feuer aus, dass zu einem Waldbrand mutieren kann. Damit die Funken nicht fliegen, weist das Umweltministerium darauf hin, dass offene Feuer im Wald bis Ende Oktober und achtloses Wegschmeißen von brennenden Zigaretten und Streichhölzern grundsätzlich verboten sind. Leider gibt es aber viele Bürger, die diese Regeln nicht beachten oder denen nicht viel am Wohl unseres Waldes und seiner Bewohner gelegen ist. Daher wäre ein baldiger Regenguss eine tolle Sache. Und wenn man sich die Wetterkarten für die nächsten Tage betrachtet, dann stehen die Chancen dafür recht gut. Denn Hoch Queen verabschiedet sich Richtung Schwarzes Meer und überlasst Mitteleuropa schwachen Luftdruckgegensätzen, in denen sich einzelne Schauer oder Gewitter bilden können. Aber auch die Sonne wird weiterhin häufig zu sehen sein und es wird sogar noch etwas wärmer. Das Gute-Laune-Wetter geht weiter!

Sommer im April (16.04.2007)
29,6°C vorgestern in Perl-Nennig - eine große deutsche Tageszeitung wollte das Saarland sogar schon als Hitzemittelpunkt Europas gesehen haben. Dabei wurden an mehreren Wetterstationen noch höhere Höchsttemperaturen registriert; in vier Orten in Nordrhein-Westfalen überschritt das Thermometer sogar die 30°C - Marke. Damit gab es verbreitet einen offiziellen Sommertag (Höchsttemperatur mind. 25°C).
Selbst die sonnenverwöhnten Spanier schauen zur Zeit neidisch zu uns rüber. Tief WICHARD sorgt seit Tagen für kräftige Regengüsse über den Balearen und an den Küsten Spaniens. Viele, die ihre Osterferien im sonst so sonnigen Süden verbracht haben, mussten sich hämische Berichte von Verwandten und Freunden in der Heimat anhören, die ihren Feierabend am Losheimer Stausee genossen und sich von dem ersten Sonnenbrand des Jahres haben kitzeln lassen. Hoch PEGGY haben wir diesen Spaß zu verdanken, der unsere Vegetation binnen Wochenfrist von 0 auf 100 hoch fuhr. Überall blüht und sprießt es und es entstehen herrliche Farbkontraste zwischen Himmel und Erde. Ein fein süßlicher Duft der Kirschblüte weht durch die Gärten, welcher sich abends mit dem Geruch des Schwenkers vom Nachbarn vermischt. Die kurze "Buchs" kann wieder aus dem Schrank geholt werden und die schwarzen Autos werden bei Sonne pur zur Gluthölle. Und das Mitte April … Dieses Sommerfeeling hält bis einschließlich Dienstag an, bevor von Norden nach und nach kühlere Luft einsickert und die Regenwahrscheinlichkeit zum Ende der Woche hin etwas steigt. Dennoch, dieses untypische Aprilwetter bereitet bisher viel Freude, und darf es ruhig weiter tun!

Das Weltwetter Anfang April (10.04.2007)
Während bei uns Hoch Peggy in den letzten Tagen für viel Sonnenschein gesorgt, erlebte der Nordosten der USA einen erneuten Wintereinbruch mit dem üblichen Zubehör. Im Bundesstaat Maine fielen dabei bis zu 50 cm Schnee und es gab teils starken Frost. Ganz anders sieht es zur Zeit in Indien aus. Dort werden Höchsttemperaturen von über 40°C gemessen und es fällt kein Tropfen Regen. Grund dafür sind die trockenen Fallwinde aus den nördlichen Gebirgen, allen voran dem Himalaya, die das sowieso schon geringe Angebot an Feuchte für die zentralen Regionen der indischen Halbinsel zusätzlich schmälern. Doch die Inder kommen damit ganz gut zu recht, denn sie wissen, dass die Winde in den Sommermonaten auf Südwest drehen (Südwest-Monsun), dabei über den indischen Ozean streichen und viel Feuchtigkeit aufnehmen. Das Resultat sind teils ergiebige Regenfälle, die besonders in Ostindien und Bangladesh für enorme Überflutungen sorgen. So können in einem Monsunmonat durchaus bis zu 10.000 l/m² Niederschlag fallen, was einer Regensäule von fast 10 Metern Höhe entspricht. Zum Vergleich: bei uns fallen in einem durchschnittlichen Juni 70 – 90 l/m² Regen.
Zurück nach Europa. In Nord- und Zentralskandinavien gab es zu Ostern ein Winterintermezzo. Einige Straßen mussten bei heftigen Schneefällen und sehr kalten Temperaturen gesperrt werden. Zwar sind die Skandinavier dieses Jahr auch nicht gerade von winterlichem Wetter verwöhnt worden, doch hat man sich mittlerweile wohl auch in Lönneberga und Katthult auf den Frühling gefreut.
Den genießen wir jetzt in vollen Zügen. Bis Mittwoch bleiben die Temperaturen noch im verhältnismäßig kühlen Bereich bis 20°C. Danach verlagert sich Hoch Peggy nach Mitteleuropa, so dass die Winde bei uns mehr auf Süd drehen und wärmere Luft zu uns befördern. Höchstwerte bis 25°C sind dann durchaus möglich. Und ein erster Trend für den Weißen Sonntag zeichnet sich auch schon ab: viel Sonne und warme Temperaturen.

Der April macht was er will (02.04.2007)
Der März hat sich zwar ziemlich wechselhaft verabschiedet, insgesamt reiht er sich aber ein in die Serie der Monate mit deutlich zu hohen Temperaturen. Während uns der letztjährige März noch viel Schnee und sehr kalte Temperaturen gebracht hat, schaffte es der diesjährige nur auf einen Schneetag (22. März). Die Durchschnittstemperatur lag dabei in Merzig bei 7,1°C und damit +1,8°C über dem Klimamittel. Mit 86 l/m² fielen rund 12% mehr Niederschlag und mit etwa 150 Stunden gab es knapp ein Drittel mehr Sonnenstunden als im langjährigen Mittel. Auch in Saarlouis und St. Wendel war es zu warm und zu nass, aber es gab auch etwas mehr Sonnenschein als sonst. Nun ist der März Vergangenheit, der 2. April Gegenwart und das Osterwetter noch Zukunft. Zwar sorgt in dieser Woche ein kräftiges Hochdruckgebiet bei den britischen Inseln für sonniges und mildes Wetter bei uns, doch deuten die aktuellsten Wetterkarten daraufhin, dass es spätestens am Karsamstag wechselhafter wird mit einzelnen Schauern. Aber die Wettermodelle können sich vielleicht noch ändern und im Laufe der Woche ein sonniges Osterfest vorhersagen. Sowieso ist der Monat April ja dafür bekannt, wechselhaftes Wetter der Beständigkeit vorzuziehen. „Der April macht was er will“, weiß auch der Volksmund. Meteorologisch lässt sich diese Aussage bestätigen. Während der höhere Sonnenstand das Festland stärker erwärmt und die Ozeane noch recht kühl sind, schiebt sich das Azorenhoch über dem Atlantik häufig weit nach Norden. An seiner Ostflanke fließt dabei feuchtkalte Luft aus Nord oder Nordwest nach Mitteleuropa, wo sie von der Sonne erwärmt und – wie es die Meteorologen ausdrücken – labilisiert wird. Die Luftmasse ist dann sehr schauerträchtig und es entsteht ein insgesamt kühler und wechselhafter Wettereindruck. Ob Schneeschauer und nächtlicher Frost oder Sonnenschein und 20°C: ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest.

Tschüss Winter, Willkommen Frühling (26.03.2007)
Das Saarland wurde in den letzten Monaten nicht gerade von schönem Winterwetter verwöhnt, und so muss man sich schon mit einem laschen Spätwintereinbruch Ende März zufrieden geben. Dieser bescherte unserer Region einige Tage mit Temperaturen unter 10°C und Schneeschauern. Am Donnerstag zuckerte dann Tief PAUL vor allem das Nordsaarland mit dem „weißen Gold“ an, welches aber recht schnell in der milden Luft dahin schmolz.
Insgesamt war dieser Winter, der ja seit vergangenen Mittwoch kalendarisch keiner mehr ist, extrem: sehr milde Temperaturen und quasi kein Schnee bestimmten das Wetterbild an der Saar. Sehen so unsere Winter der Zukunft aus? Dieser und vieler anderer Fragen sind Ende letzter Woche knapp 700 Teilnehmer des zweiten Extremwetterkongresses in Hamburg nachgegangen. Dabei kamen keine wirklich neuen Theorien auf den Tisch, vielmehr wurde betont, dass es häufiger Extremwetterereignisse geben wird und diese auch von ihrer Intensität her zunehmen werden. Was das konkret für das Saarland bedeutet, wird übermorgen auf dem Saarländischen Klimaforum in Illingen diskutiert, welches unter dem Titel „Klimaschutz und Klimawandel – eine regionale Herausforderung“ erstmalig stattfinden und sicherlich ein gutes Podium für relevante Klimaschutzaspekte auf Landesebene bieten wird.
Doch scheinbar unpassend zum Klimaforum gibt es diese Woche vollkommen „normales“ Märzwetter: Hoch ORANIA, das seine Fühler von Skandinavien aus ins Saarland streckt, sorgt zumindest bis Mittwoch für viel Sonne und milde Temperaturen um 15°C. Danach wird es nach jetzigem Stand der Wettermodelle wechselhaft und etwas kühler. Auch ein neuer Kaltlufteinbruch um Ostern ist nicht ausgeschlossen. Aber selbst wenn die Ostereier im Schnee gesucht werden müssen – Frühling ist Frühling. Und was ist schon bei dem Wetter heuer normal?!

ORKUN und die Winterreifen (19.03.2007)
In der letzten Woche sorgte das Azorenhoch bei uns wie angekündigt für frühlingshaftes Wetter mit Temperaturen bis 19°C. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die Sonne abends schon wenige Grad über dem Horizont nicht mehr sichtbar war? Ursache dafür war zu uns gewehter Saharastaub, der die Sonne beim Untergang zunächst glutrot färbte und anschließend die „Dämmerung“ durch die starke Lufttrübung etwas früher einläutete.
Wer jetzt noch nicht seinen Schwenker ausgepackt und die ersten verbruzzelten Würtschen der Saison gegessen hat, der wird in dieser Woche nicht mehr in diesen Genuss kommen können, denn der Spätwinter schlägt voll zu. Während uns Frau Holle und Väterchen Frost in den vergangenen Wintermonaten vollends ignoriert haben, mischen sie jetzt noch einmal die Wetterküche mächtig auf. Tief ORKUN lag gestern mit seinem Zentrum an der Nordspitze Großbritanniens und verlagert sich bis heute Abend zum Bottnischen Meerbusen (Ostsee). In seinem Schlepptau führt es sehr kalte und labil geschichtete Luft mit, die in den nächsten Tagen für einige Schauer bei uns sorgen wird. Diese fallen oberhalb von 300-400 Metern meist als Schnee, darunter teilweise auch als Graupel oder Regen. Nachts erwarten uns frostige Temperaturen, tagsüber steigt das Thermometer im Flachland bis auf 6°C, so dass sich etwaige Schneedecken nicht allzu lange halten können. Dennoch besteht auf den saarländischen Straßen insbesondere am frühen Morgen Rutschgefahr, so dass sich glücklich schätzen kann, wer noch nicht die Winterreifen abgezogen hat.
So eine Abkühlung tut dem Monat März gut, denn die Temperaturen liegen hierzulande mit etwa 7,5°C im Durchschnitt rund 2,5°C über dem Normalwert. Doch wer mit dem kühleren Wetter gar nichts anfangen kann, der kann sich sicher sein: der Frühling kommt zurück, und dann kann wieder geschwenkt werden!

Azorenhoch bringt schönes Wetter (12.03.2007)
In den nächsten Tagen wird wieder in vielen Wetterberichten über das Azorenhoch zu hören und zu lesen sein. Wird dieses mit Mitteleuropa in Verbindung gebracht, so erwartet uns auch an der Saar meist freundliches Wetter. Doch woher hat das Azorenhoch seinen Namen und wieso bringt ein Hochdruckgebiet meistens schönes Wetter?
1500 Kilometer westlich von Portugal im Atlantik liegt die Inselgruppe der Azoren. Dort befindet sich häufig das Zentrum eines umfangreichen Hochdruckgebietes. Wenn sich dieses durch thermodynamische Prozesse nach Europa ausweitet, spricht man von einem Hochdruckkeil oder Ableger und es stellt sich schönes Wetter ein. Der Luftdruck gibt an, welches Gewicht die Luft in einer vertikalen Luftsäule mit einer Grundfläche von 1 m² über einem Ort in der Atmosphäre oder am Erdboden hat. Herrscht an einem Ort hoher Luftdruck, so sinken dort die Luftmassen aus der Höhe ab. Weil die Temperatur mit zunehmenden Druck ansteigt, erwärmt sich die Luft beim Absinken. Dabei lösen sich die Wolken auf und es zeigt sich häufig die Sonne. Die Luft strömt am Boden im Uhrzeigersinn um das Hochdruckgebiet herum zum Druckausgleich in Richtung Tiefdruckgebiet. Liegt folglich das Azorenhoch etwas weiter nördlich, so strömt die Luft aus Nordwest bis Nord zu uns und es ist relativ kühl. Bildet sich ein Ableger des Azorenhochs, der sich über Osteuropa stationiert, so wird es mit südlichen Winden recht warm bei uns. Im Winter führen aber diese Ableger häufig zu Hochnebel, da sich die kalte Luft in Bodennähe durch die geringe Sonnenhöhe nicht genügend erwärmen kann und in der Höhe wärmere Luft wie ein „Deckel“ darüber liegt.
Doch nun haben wir schon fast Frühling, so dass das Azorenhoch dem Saarland in dieser Woche viel Sonnenschein und vorfrühlingshafte Temperaturen bescheren wird.

Hochwasser an der Saar (05.03.2007)
In unregelmäßigen Abständen tritt die Saar über ihre Ufer und sorgt vor allem in Saarbrücken für Chaos: dort ist der „größte Nebenfluss“ der Saar – die Stadtautobahn – bei Hochwasser rasch überflutet und muss für den Verkehr gesperrt werden. Das geschieht in unserer Landeshauptstadt schon ab einem Wasserstand von 3,90 Metern, bei welchem zwischen Saarlouis und Mettlach lediglich einzelne ufernahe Büsche ordentlich bewässert werden. Hier bedarf es schon eines deutlich höheren Pegels, um die Leinpfade und Saarwiesen zu überfluten. Die starken Regenfälle der vergangenen Woche haben die Böden des Einzugsgebietes der Saar gesättigt, so dass diese kaum noch Wasser aufnehmen konnten und die Niederschläge direkt in die Gewässer führten. In Fremersdorf wurde in der Nacht auf Samstag ein Pegel von 4,50 Meter registriert. In St. Arnual waren es ebenfalls gut 4,50 Meter, normal sind hier etwa 2 Meter.
Diese Werte sind aber nichts gegenüber den Rekordpegeln der Vergangenheit. Ende Dezember 1947 erreichte die Saar in Saarbrücken einen Höchststand von 10,26 Meter; die komplette Innenstadt stand unter Wasser, da es nur wenige technische Schutzmaßnahmen an den Ufern gab. Allen in guter Erinnerung ist sicherlich noch das „Weihnachtshochwasser“ von 1993, als aufgrund tagelang anhaltender, ergiebiger Niederschläge bei uns und Schneeschmelze in den Vogesen die Saar auf eine Wasserhöhe von 7,44 Meter in Fremersdorf anschwoll. Gleichzeitig überflutete der Seffersbach Teile der Merziger Innenstadt. Die vorerst letzten größeren Hochwässer trafen uns im Januar 1995 sowie Ende Februar 1997. Bebauung natürlicher Überflutungsflächen sowie Begradigung und Schiffbarmachung der Saar führen zusammen mit intensiven Niederschlagsereignissen zu hohen Pegelständen. Hochwässer gab es allerdings schon immer, erst der Mensch hat sie zu zerstörerischen Naturkatastrophen gemacht.

Wintermonat Februar? Fehlanzeige! (26.02.2007)
Wetterfanatiker wie ich mögen vor allem Hitze und Gewitter im Sommer sowie Kälte und Schnee im Winter. Wenn der Dezember zu mild und schneelos ausfällt, setzt man berechtigte Hoffnungen auf die ersten beiden Monate im neuen Jahr. Doch wie es nun zum Ende des Monats Februar den Anschein hat, geht dieser „Winter“ als einer der schlechtesten in die Klimageschichte ein. Außer ein paar Schneekrümmel und seltenen Nachtfrösten gab es in den vergangenen drei Monaten nichts, was an die kalten Winter der letzten drei Jahre erinnert hätte. Die Durchschnittstemperatur des Februars 2007 (bis gestern) lag in Merzig bei 6,4°C und damit 4°C über dem langjährigen Mittel. Gleichzeitig fiel bisher schon 166% des monatlichen Niederschlagssolls. Letztes Jahr sah das noch ganz anders aus: mit knapp 40 l/m² Niederschlag fiel nur etwa die Hälfte des Solls, dafür gab es bei einer Durchschnittstemperatur von 1°C häufiger Schnee. Man könnte es sich nun einfach machen und die Klimaerwärmung als Ursache für die zu milde Witterung nennen, oder umgekehrt: der milde Winter 2006/2007 ist ein Beweis für den Klimawandel. Es ist aber wichtig zu wissen, dass ein zu milder Winter keinen Trend aufzeigen kann, sondern lediglich Indiz dafür ist, dass die Menschen in den letzten Jahrzehnten das weltweite Klima aus der Ordnung gebracht haben. Und das wird mit noch häufigeren und stärkeren Wetterextremen so weitergehen. Ob uns noch 13, 20 oder 50 Jahre Zeit bleiben, dem entgegenzusteuern, weiß niemand. Am besten fangen wir aber schon heute an, klimafreundlich, dass heißt vor allem energiesparend und nachhaltig, zu leben. Denn: wer zu spät kommt, den bestraft die Natur.

Allez hopp – das Wetter am Rosenmontag (19.02.2007)
Die fünfte Jahreszeit erreicht am Rosenmontag mit den Umzügen in vielen Gemeinden ihren Höhepunkt. Wer die Teilnahme am bunten Treiben heute vom Wetter abhängig macht, der kann beruhigt Schirm und dicke Winterjacke zuhause lassen: dort wo sich der Nebel auflöst, scheint meist die Sonne und es werden frühlingshafte Temperaturen erreicht. Wie war das Fastnachtswetter in unserer Region in der Vergangenheit? Zwar gab es in den letzten drei Jahren am Rosenmontag keinen Niederschlag, doch lagen die Temperaturen meist nur knapp über dem Gefrierpunkt. In den Jahren 2002 und 2003 war es etwas milder, dafür gab es ab und an einen Regenschauer. Schaut man weiter zurück, so findet man markanteres Wetter am Rosenmontag: in den Jahren 1987 und 1990 fielen die Umzüge bei sehr milden Temperaturen komplett ins Wasser. 1973, 1975 und 1976 war es mit Höchstwerten um 14°C schön mild, dazu gab es viel Sonnenschein; 1960 wurden sogar 20°C erreicht. Knackig kalt, aber sonnig war es 1983, 1985 und 1968, wobei in diesem Jahr teils über 20 cm Schnee lagen. In den Jahren 1956, 1962, 1965, 1969 und 1986 flogen neben Konfetti auch Schneeflocken vom Himmel, dazu brachten eisige Ostwinde Temperaturen im Dauerfrostbereich. 1969 musste man die „Gutzja“ sogar in 30 cm hohem Schnee suchen.
Auch wenn die frühlingshaften Temperaturen in diesen Tagen den bisher unwinterlichen Winter noch unwinterlicher erscheinen lassen, so ganz abschreiben sollte man ihn noch nicht: vielleicht erreicht uns zum Ende dieser Woche ein sibirisches Lüftchen mit sehr kalten Temperaturen, und letztes Jahr gab es erst Anfang März den großen Schnee. Aber wenn es dieses Jahr nicht so kommen sollte, waren die Hoffnungen auf winterliches Wetter eben nur „olle Kamellen“. In diesem Sinne: Allez Hopp!

Jakarta geht „durch den Monsun“ (12.02.2007)
Während in Deutschland das Klima der Zukunft heiß diskutiert wird, zeigt sich der Klimawandel in anderen Teilen der Erde bereits sehr aktuell, wie zum Beispiel in Indonesien. Seit Ende Januar fielen in der Hauptstadt Jakarta rund 300 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter. Zwar regnet es dort oft und viel, doch soviel Niederschlag innerhalb weniger Tage ist auch für Jakarta etwas Besonderes. Wieso kam es in der Megastadt auf der Insel Java zu solch verheerenden Überschwemmungen mit einigen Dutzend Todesopfern und vielen zerstörten Häusern? Durch den Erdumlauf um die Sonne wandert der Zenitstand dieser zwischen den beiden Wendekreisen bei 23,5 Grad nördlicher und südlicher Breite. Im Südsommer (Dezember, Januar und Februar) steht die Sonne südlich des Äquators im Zenit. Aufgrund der starken Erwärmung steigt die Luft dort auf, so dass am Boden ein Luftmassendefizit entsteht, welches durch aus Nord und Süd nachströmende Luft ausgeglichen wird. Ändert sich dabei die Hauptwindrichtung an einem Ort zweimal im Jahr, so bezeichnet man das Phänomen als Monsun. Jakarta liegt im Südsommer im Bereich des Nachströmens. Die nördlichen Winde nehmen über dem südchinesischen Meer viel Feuchtigkeit auf, stauen sich an der hohen Gebirgskette Javas genau über Jakarta und regnen sich aus. Des Weiteren wird Java von 13 Flüssen durchquert, die bis an die Ufer dicht bebaut sind und somit der Natur keine Möglichkeit bieten, das zusätzliche Wasser in naturbelassenen Überflutungsflächen langsam versickern zu lassen. Nicht nur die besondere orografische Lage Jakartas und der Monsun sind die Ursache für die Flutkatastrophe, auch der Mensch und sein immer rücksichtsloseres Vordringen in die Natur tragen eine sehr große Mitschuld.
Von solch enormen Regenmengen bleiben wir im Saarland vorerst verschont, dennoch wird es in dieser Woche recht regnerisch und mild. Erster zaghafter Trend für Fastnacht: Nass, aber nicht kalt.

Schnee trotz Klimawandel? (05.02.2007)
Vergangenen Freitag ist der vierte Klima-Bericht der Vereinten Nationen veröffentlicht wurden. In diesem Protokoll werden Ursachen, Zustände und Folgen der globalen Klimaänderungen herausgestellt und publik gemacht. Als Hauptursache für die globale Erwärmung sehen die Wissenschaftler den erhöhten Anteil an Kohlendioxid in der Atmosphäre an, welcher hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe (z.B. Erdöl, Steinkohle) zur Energiegewinnung entsteht. Die Beobachtungen der Wissenschaftler machen Angst: 11 der letzten 12 Jahre waren die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn. Diese Erwärmung führte bis heute zu einem leichten Anstieg des Meeresspiegels und zum Schrumpfen der Gletscher, sowohl in den polaren Gebieten als auch im Hochgebirge. Die Prognosen der Experten sind aber noch düsterer: Klimamodelle simulieren bis zum Ende des 21. Jahrhunderts eine globale Temperaturerhöhung von 1,0°C im günstigsten Fall und bis zu 6,3°C im Worst-Case-Szenario. Noch stärkere Stürme und Niederschlagsereignisse sowie ein fast völliges Abschmelzen der Gletscher sind die Folgen, die vorerst kaum abzuwenden sind, da die Atmosphäre mit starker Verzögerung auf Änderungen reagiert. Dennoch: wir alle müssen unseren Beitrag für einen effektiven Klimaschutz leisten, damit wenigstens unsere Kindeskinder in einem sich stabilisierenden Klima leben können. Das bedeutet, wir müssen lernen, unseren Energieverbrauch zu senken und gleichzeitig Energie effizienter zu nutzen.
„Wärmer“ wird es in dieser Woche erstmal nicht. Die Wetterkarten zeigen für den Norden des Saarlandes deutlich niedrigere Temperaturen an, ein paar Schneeflocken sind auch möglich. Lassen wir uns überraschen, vielleicht erleben wir ja diesen Monat doch noch einen Tag mit viel Schnee – trotz Klimaerwärmung.

Wie wird’s mal wieder richtig Winter? (29.01.2007)
Dass das Saarland kein Wintersportgebiet ist und selten mit Schnee überhäuft wurde, steht wohl außer Frage. Doch erweckten die Spätwinter der letzten beiden Jahre mit teils beachtlichen Schneemengen an Saar und Mosel die Hoffnung auf einen neuen Schneewinter 2006/ 2007. Nun ist es bereits Ende Januar und Frau Holle hat das Saarland scheinbar vergessen. Schneetief MALTE brachte letzte Woche zwar ganz Süddeutschland eine ordentliche Packung Schnee, doch das Saarland ging leer aus. Und am Freitag hatte sich Tief NIKLAS angeschickt, im Saarland seine winterlichen Spuren zu hinterlassen, doch das Ergebnis war mickrig: mehr als einen weißen Überzug konnte man beim ersten Blick aus dem Fenster Samstag früh nicht erblicken. Immerhin sorgten die Temperaturen im Nordsaarland für Winterfeeling: von Dienstag bis Freitag herrschte vielerorts Dauerfrost bei Minimumwerten von zum Teil unter -10°C; nur entlang von Saar und Mosel wurde tagsüber die 0°C - Grenze knapp überschritten.
Welche Zutaten braucht die Wetterküche für dauerhaftes Winterwetter mit Schnee in Mitteleuropa? Betrachtet man die Schneewetterlagen der letzten Jahre, so bedarf es eines raschen Luftmassenwechsels von mild zu kalt, der mit viel Niederschlag einhergeht. Im günstigsten Fall findet ein sogenannter „Polarwirbelsplit“ statt: demnach reicht eine Hochdruckbrücke vom Ostatlantik über Island und Grönland bis in den polaren Raum. Sie blockiert die westliche (milde) Strömung und sorgt in Mitteleuropa für nördliche Winde, die im Winter mit Schneeschauern einhergehen. So könnte sich auch bei uns eine angemessene Schneedecke bilden, die sich bei Dauerfrost für längere Zeit halten würde.
In der nächsten Woche wird es jedoch erstmal milder. Was bleibt, ist die Hoffnung der Schneefans auf einen Polarwirbelsplitt – vielleicht im Februar.

Orkantief KYRILL und die Wettermodelle (22.01.2007)
Letzten Donnerstag überquerten uns die Ausläufer des Orkantiefs KYRILL mit starkem Wind und viel Regen. Spitzenreiter im Saarland war die Wetterstation Berus im Landkreis Saarlouis mit einer Windböe von 112 km/h. Im Vergleich zum Wendelstein in den Bayerischen Alpen, auf dem es sogar mit 202 km/h wehte, waren die Windgeschwindigkeiten bei uns ein „laues Lüftchen“. Zwar wurden im Saarland einige Schäden registriert, doch war alles nicht so schlimm, wie es hätte kommen können: die Wettercomputer hatten KYRILL bereits eine Woche zuvor in ihren Wetterkarten angedeutet, und nach den letzten Berechnungen vom Mittwoch hätte es KYRILL auf vergleichbare Windgeschwindigkeiten im Flachland bringen können wie Orkan Lothar, der uns Weihnachten 1999 mit Windgeschwindigkeiten von zum Teil 130 km/h und mehr überquerte. Doch KYRILL entschied sich anders. Zwar bescherte er Teilen Europas große Schäden und es gab auch einige Todesopfer zu beklagen, dennoch waren die Windgeschwindigkeiten nicht ganz so extrem wie zuvor befürchtet. Dessen ungeachtet muss man den Wettermodellen aufgrund ihrer frühzeitigen und recht genauen Vorhersage von KYRILL ein Lob zollen. Denn das Wetter folgt dem Chaos-Prinzip, und eine einwöchige, halbwegs korrekte Vorhersage einer konkreten Wettersituation ist auch in Zeiten modernster Wettermesstechnik und Großrechnern schon was Besonderes. So konnten auch die Wetterdienstleister rechtzeitig vor dem Orkan warnen und auf diese Weise vielleicht einige Menschenleben retten.
Ferner brachte die vergangene Woche brachte dem Norden des Saarlandes auch sehr milde Temperaturen von bis zu 14°C. Doch damit ist nun vorerst Schluss: ab heute wird es deutlich kühler! Am Dienstag und Mittwoch sind sogar die ersten Schneeflocken des Winters möglich, sagen zumindest die Wettercomputer - und das schon schon seit einer Woche. Kompliment!