pg:
Hallo Herr Plöger, vielen Dank dass Sie sich Zeit nehmen, uns ein paar Fragen zu beantworten.
Dass Menschen auf Sie zukommen, um Sie zu interviewen, ist mit eine Folge ihrer TV-Präsenz. Für Sie eine angenehme Folge?
sp:
Ich freue mich immer über Interviews, in denen ich viel über das Wetter gefragt werde. Bei Fragen, die zu sehr in den persönlichen Bereich hineingehen, kann ich allerdings überraschend ungesprächig werden. Bisher hatte ich aber in der Regel das Glück, dass die meisten Menschen von mir etwas über das Wetter und Klima wissen wollten.
pg: Wie wurde Sven Plöger ein Wetterfanatiker?
sp: (lacht) Das ist eine ganz lustige und für mich immer noch sehr faszinierende Geschichte. Wir hatten in der dritten Klasse im Sachkundeunterricht auch das Thema Wetter durchgenommen. Dabei mussten wir auf Millimeterblöcken Temperaturkurven zeichnen, im Garten Regen-Messbecher aufstellen und Wetterbeobachtungen zu Papier bringen. Während mancher das damals in der Klasse eher langweilig fand, war ich richtig begeistert und habe das Wetter auch weiter beobachtet, als das Thema im Unterricht schon längst beendet war. Und dann weiß ich noch genau, dass es im September 1976 ein wahnsinniges Gewitter bei uns gab. Dabei ist mit einem sehr lauten Knall ein Blitz in das Stromverteilerhäuschen in der Siedlung eingeschlagen. Auf einen Schlag waren alle Lichter aus und es roch nach Schwefel. Während meiner gesamten Schulzeit habe ich immer gedacht: Ja, du willst später irgendetwas mit Wetter machen! Deswegen habe ich auch schon früh einmal nachgesehen, wie man Meteorologe schreibt, also wo man das „o“ an die richtige Stelle macht, damit man kein „Metrologe“, „Metreologe“ oder „Meteorloge“ ist.
pg: Nach Abitur und Grundwehrdienst haben Sie 1988 Ihr Meteorologiestudium begonnen. Stellte dabei das Erlernen der physikalischen Grundkenntnisse des Wetters – vor allem im Grundstudium – eine große Herausforderung an Sie?
sp: Ich hatte Physik immer gemocht und belegte das Fach auch als Leistungskurs in der Oberstufe. Während ich in manch anderen Fächern eher schlecht war (z.B. Latein), war ich in den naturwissenschaftlichen Fächern gut. Die machten mir einfach Spaß – auch im Studium. Lediglich der nicht zu verachtende Mathematikanteil im Studiengang Meteorologie bereitete mir anfangs einige Schwierigkeiten, obwohl ich Mathe als Abiturfach gewählt hatte und verblüffenderweise auch der Kursbeste war - was aber mehr am Kurs lag als an mir (lacht!). Problematisch war die Arbeitsweise: In der Uni kam es bei der mathematischen Beweisführung sehr stark auf Formalismen an und das musste ich durch anfangs schlechte Klausuren erst mal lernen.
pg: Nach ihrem Diplom begannen Sie 1996 bei Meteomedia und sind jetzt nicht nur TV- und Radiometeorologe, sondern auch in vielen anderen Sendungen gefragter Gast und Experte. Sind Sie immer noch nervös, wenn es heißt: „Achtung Aufnahme!“?
sp: Nein! Darüber bin ich auch sehr froh. Es ist eher eine positive Anspannung, bei der man sehr konzentriert ist und in sich hineingehen muss. Wenn ich im TV oder Radio auftrete, dann schaffe ich es etwa 20 Sekunden vorher alles andere aus meinem Kopf auszublenden und nur noch an dieses Thema zu denken, welches mich jetzt in dieser Sendung beschäftigt. Trotzdem vertue ich mich hin und wieder mal, wenn ich irgendeinen Satz beginne, der scheinbar nicht mehr zu Ende gehen will. Das halte ich aber nicht für schlimm. Wichtig ist es, meinen roten Faden für die Sendung zu haben. „Aufgeregt“ sein hat etwas Negatives, „konzentriert“ sein klingt deutlich positiver. Wenn ich bei längeren Sendungen als Gast geladen bin, muss ich versuchen die ganze Zeit über 100 Prozent bei der Sache zu sein. So verhindert man, dass eine Diskussionsrunde an einem vorbeigeht und man plötzlich nicht mehr weiß, worüber gerade gesprochen wird. Es gibt allerdings Sendungen, da ist die Anspannung deutlich größer als bei Radiomoderationen auf irgendeinem Regionalsender. Zum Beispiel war ich im Februar bei Sabine Christiansen. Man weiß dann natürlich, dass man dann auf einem Podium ist, wo wirklich sinnige und vernünftig strukturierte Sätze erwartet werden und man sich nicht allzu oft verholpern sollte.
pg: Sie sind auch ab und an im Saarländischen Rundfunk beim Kachelmannwetter zu hören. Waren Sie schon mal im Saarland und gibt es etwas besonderes, das Sie mit dem Saarland in Verbindung setzen?
sp: Ja, eine Tante von mir wohnt im Saarland. Deswegen war ich früher auch ziemlich oft hier und möchte da auch gerne wieder öfters hin. Ab und an schaffe ich das auch.